Zentrum der Macht © Vereinigung zur Pflege der morgendlichen Umnachtung

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Deutschland sucht den Super-GM

Art der Umnachtung: Ein eigenartiges Ziehen in meinem Metathalamus macht mir zu schaffen und sorgt für diffuse Gedankengänge und mangelnde Konzentration.
Intensität der Umnachtung: 5
Ursprung der Umnachtung:
Bang Your Head!
Angewandte Maßnahmen: MAIDEN, Koffein, Anblick des ETH-Schreins
Negative Nebenerscheinungen: Heute ist der vorletzte Arbeitstag unserer Chefin.
Positive Nebenerscheinungen: Die neue Chefin scheint ebenfalls nett, hübsch und gut zu sein.
Bemerkungen:
Algerien gegen Slowenien, was soll ich da bloß tippen?
_________________________________________________

Selbst lesen konnte er zwar nur rudimentär, aber in seinem Bauwagen hatte GM öfter abgehalfterte Mit-Hippies zu Gast, die in ihrem ersten Leben eine Art Schulbildung genossen und sich die Kunst des Lesens angeeignet hatten. Gut für GM, ansonsten wäre er mit seinen Baumficker-Schulen-Lesefähigkeiten wohl ziemlich aufgeschmissen gewesen. Als dann eines Tages wieder mal ein bisschen Lysergid seine Medulla oblangata erreichte, kam er auf die Idee, sich doch mal in einer Casting-Show zu bewerben. Als Super-Musiker mit dem tollsten Geschmack, der nicht nur Gitarre und Schlagzeug spielen sondern auch singen konnte, dürfte es doch kein Problem sein, bei sowas zu gewinnen. Problematisch wäre es allenfalls, für seinen Bauwagen einen Parkplatz in der Nähe eines Casting-Studios zu finden.
Also bat er seinen Mit-Hippie Detlef-Ottfried, ihm doch aus diversen Musik-Blättern Anzeigen rauszusuchen, in denen nach neuen Super-Trotteln gesucht würde. Gesagt, getan. Nach mehrwöchiger Suche stolperten sie über eine Anzeige in der Buerschen Zeitung. "Oldschool-Metaller sucht Gleichgesinnte zwecks Gründung einer Band (Stil MAIDEN / Thrash). Interessenten mögen vorbeikommen und ihr Können präsentieren". Da die Strecke ins Sodomizer-Studio, wo das Vorspielen stattfand, zu lang war, um den Bauwagen dorthin zu schieben (das hätte wohl zudem Blasen an den Barfüßen gegeben), schnappte sich GM sein altes Mopped, schwang sich in Bermuda-Shorts und Hawaii-Hemd und riderte Richtung Studio.
Benjamin war sehr skeptisch, als es morgens um acht (mitten in der Nacht) an seiner Tür klingelte. Als Oldschool-Koryphäe des Ruhrpotts und Chef des Sodomizer-Studios war er es nicht gewohnt, so früh wach zu sein. Schwer umnachtet trotz 14 Tassen Kaffee öffnete er etwa 20 Minuten später die Tür und ließ GM ein. Dieser machte einen eher ungewöhnlichen Eindruck: zerzaust, zerkratzt, zugedröhnt, mit Tukanscheiße und Pelikanpisse auf seinen schlecht frisierten Locken, aber fröhlich glucksend und mit Sportlerzigarette in der linken Hand.
"Ich will wie Lemmy werden!" krakeelte er, und Benjamin verdrehte direkt demonstrativ die Augen. Dass GM dabei barfüßig, die Beine mit Bauwagen-Staub bedeckt und mit einem großen Loch vorne in den pinkigen Bermuda-Shorts vor ihm stand, passte da nur ins Gesamtbild.
"Was hast du denn musikalisch so drauf?" fragte Benjamin.
"Alles!" sagte GM. "Mein Künstlername ist nicht umsonst Jimi Gilmour. Ich kann Gitarre, Schlagzeug, Singen. Von Progressive bis Pop, von Tokio Hotel bis Pink Floyd. Ich habe die Komplexität und Genialität aller Alben von DEATH nach nur einem Hördurchgang erfasst, ich liebe MAIDEN wegen "Dance Of Death" und ich kann "Stargazer" und "Stairway To Heaven" im Schlaf rückwärts singen. Über allem thronen aber natürlich METALLICA und Pink Floyd. Großartige Musiker, technisch besser als alles andere, und musikalisch einfach nur Gott. Von denen kann ich natürlich auch alles auswendig spielen."
Benjamin seufzte aufgrund solch größenwahnsinniger Selbstüberschätzung, genehmigte sich erst mal ein Frühstücksbier  und sinnierte darüber, was eine Pop-Combo wie pink flöt mit Oldschool-Metal zu tun haben mochte. "Naja, dann fang mal an mit vorspielen. Zuerst Schlagzeug" befahl er und setzte ihn hinter die Schießbude des Studios, die eigentlich sonst immer Konrad S. bediente. Um ihn noch motivierter spielen zu lassen hatte Benjamin einen Kaktus auf den Drumhocker gestellt, doch das schien GM gar nicht gemerkt zu haben. Vermutlich hatte sich der Kaktus durch eine gewisse Öffnung einen Weg in GMs Körper gesucht. Auf das Schlagzeugspiel wirkte sich das auch nicht positiv aus. GM spielte ähnlich wie Krokendolo zu Zeiten des legendären Hummelbunker-Demos, beim Solo kippte das Schlagzeug schließlich komplett in sich zusammen. "Höchstens so gut wie Nick Mason, aber nicht mal halb so fähig wie ein gewisser Herr Ulrich" urteilte Benjamin und drückte GM eine Gitarre in die Hand.
Damit klappte es nicht besser. Nachdem GM die Saiten verstellt hatte, um wie er sagte eine "spacigere Atmosphäre" zu erzeugen, versuchte er sich an "The Ides Of March". Das klang dann wie ein furzendes Kaninchen, das gerade von einem buschigen Eichhörnchen-Schwanz penetriert worden war. Benjamin nahm ihm die Gitarre ab und schlug sie ihm mit Schwung in die Fresse. GM jaulte kurz auf, freute sich aber dann über eine neue Beule in seiner Visage.
Benjamin hatte die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Vielleicht konnte GM ja einigermaßen singen. "Versuch dich mal an Whole Lotta Love", sagte er zu GM, doch das hätte er besser nicht tun sollen. Ein erbärmliches Quietschen, ähnlich einer Stahlkralle auf einer Tafel, ertönte, und augenblicklich wurde das Bier in Benjamins Dose schlecht. Auch der Versuch, Chucks Vocals nachzueifern, schlug fehl. GM klang wie ein vergewaltigter Grizzly mit Socken im Mund, der immer wieder hinten einen Kaktus hineingeschoben bekam.
"Ich hab die Schnauze voll!" brüllte Benjamin und trat GM so kräftig in den Arsch, dass er durchs Fenster in den Rhein-Herne-Kanal flog und in den Fluten versank. GMs Mopped schmiss er selbstverständlich hinterher.

27.5.10 08:44
 


bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Edward The Head (27.5.10 13:31)
Wahaharr, wenn ich das doch mal live erleben könnte...
Ähm... Ben... So wie du das mit dem Schlagzeug beschreibst, klingt das, als wäre Ulrich gut...
*grins*


Benjamin Breeg (27.5.10 13:58)
Im Vergleich zu GM ist Ulrich weltklasse *breitgrins*
Aber sonst so, verglichen mit den anderen Drummern, von denen ich Musik in der Sammlung hab, ist der Ulrich gröbster Unterdurchschnitt. So Niveau von Volker Kampfgarten, Angelo Sasso oder Hotte (von den Hannen Alks).


Edward The Head (27.5.10 17:23)
Das wollte ich nur bestätigt wissen. Nur, dieser Aspekt der Relativität kommt im Artikel nicht raus.


Benjamin Breeg (27.5.10 18:14)
OK. Aber die, die den Artikel lesen, wissen doch eh Bescheid. ;-)


Franky (28.5.10 02:10)
Etwas besser wie das davor.
Aber wahrscheinlich wird dies auch wieder als S-P-A-M identifiziert.

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