Zentrum der Macht © Vereinigung zur Pflege der morgendlichen Umnachtung

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To go from rags to riches

Art der Umnachtung: übliche Mattigkeit
Intensität der Umnachtung: 4
Ursprung der Umnachtung: Koffeinmangel
Angewandte Maßnahmen:
ungeschätzte Fluten von Kaffee und Tabak, RAINBOW
Negative Nebenerscheinungen: Heute ist Montag.
Positive Nebenerscheinungen: Der Montag dauert nur einen Tag lang.
Bemerkungen:
Der Wildbestand in unserer Region wird stark von seiner Suizidalität beeinflusst.
_________________________________________

Der Archäologe Albert Schwarzkatz beaufsichtigte die frische Ausgrabungsstelle in der Nähe von Vreed en Hoop, Guyana. Er war das Leben in seinem baufälligen Wohnwagen leid und sehnte sich danach endlich mit der Demerara-Fähre nach Georgetown übersetzen und der Administration mitteilen zu können, dass Coglan Bush nur eine weitere Niete in der Sequenz seiner Erfolglosigkeit war. Er hätte so klug sein müssen, die Atlantikküste Südamerikas einfach links liegen zu lassen, um seinem Bruder Wilhelm nach Melbourne zu folgen. Zwar hasste er ihn für seine glanzvolle Karriere, doch dort hätte er sicherlich nicht in dieser Behausung sein Dasein fristen müssen. Er kam sich vor wie einer dieser hohlköpfigen Hippies, die Sangria aus ihren Schuhen soffen, nur dass es bei ihm Bourbon aus der Flasche war und er seine WC-Kassette regelmäßig entleerte.
Ebenso hasste er es, dass man tiefer im Süden, in Argentinien, bereits eine neue, bisher unbekannte Art der Titanosauria entdeckt hatte, während er seine Hoffnungen im Norden unter Tonnen von sensationsarmem Gestein begrub.
Wie so sich selbst und seine Misere bedauerte, rannte ein Kerlchen in schmutzigen Klamotten den Pfad zu seinem Wohnwagen hinauf. „Mr. Schwarzkatz! Wha'found bones!“ Albert Schwarzkatz ärgerte sich über den schrulligen Akzent, horchte auf, reagierte und rannte hinter dem Kerlchen her, wieder hinunter zur Ausgrabungsstelle. Triumphgeheul entstieg seiner Kehle. Er hatte den Grundstein zu seinem Erfolg ausgegraben.
Am Nachmittag hatten die zahlreichen Kerlchen bereits eine beachtliche Reihe toten Krempel zu Tage gefördert. Am Mittag darauf konnte man endlich sehen, dass es eine Art der Dromaeosauridae sein musste. Freudig verfluchte Schwarzkatz die Argentinier, deren Neuquenraptor und die viel aufsehenerregenderen Titanosauria, während er seinem Ziel und damit dem Schwarzkatzraptor immer näher kam. Drei Tage später, gingen die Fotographien, die den Kern des Fundes in seinem Erdbeet zeigten, bereits um alle Welt. Doch jetzt, da Schwarzkatz sein Ziel erreicht hatte, stieg ihm der Erfolg zu Kopf und er wurde von finsteren Alpträumen geplagt. Riesige Raptoren mit Furcht einflößenden Krallen und ungeheuren Klauen verfolgten und zerfleischten ihn. Morgens wachte er schweißgebadet auf und griff sofort zur Whiskyflasche, in der er seine Qual und auch seine Zukunftsträume ertränkte, da ihn sein Traum von einem Leben als renommierter Paläontologe eingeholt hatte.
Drei Jahre nach seinem kolossalen Fund konnte man Lebendrekontruktionen des Guyanaraptors in Bildform in der einschlägigen Literatur finden, neben einem Bild von Schwarzkatzs Überrest, das sein Grab auf einem Friedhof in Georgetown zeigte. Seine Leiche wurde zwei Jahre zuvor unter dem Schädel eines ansehnlichen Futalognkosaurus-dukei-Modells im Museo de Ciencias Naturales “Bernadino Rivadavia” in Buenos Aires, Argentinien, gefunden, welches zuvor gründlich demoliert und mit Hasstiraden beschmiert wurde. Wilhelm Schwarzkatz stimmte dem Verdacht der Behörden auf Suizid zu und kommentierte den damaligen Vorfall mit „That's the way the cookie crumbles.“.
27.9.10 13:54
 


bisher 8 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Benjamin Breeg (27.9.10 14:24)
Hehe. Sehr schön.
Mich wundert allerdings, dass du trotz Montag nur Grad 4 hast.
Und dass der gute Mann plötzlich von Bourbon auf Whisky umgestiegen ist.


Edward The Head (27.9.10 16:39)
Gna. Ich schreib's aus Gewohnheit so. Sagen wir einfach, dieser Fehler ist kein Fehler, sondern ein Gimmick für Kenner. Bin zu faul das zu ändern.
*sichfürgenialenEinfallaufdieSchulterklopf*


Benjamin Breeg (27.9.10 17:16)
OK, dann gratulier ich dir zu dieser guten Idee mit dem Gimmick *grins*
Ansonsten hätte ich mir die Arbeit mit dem Raussuchen (oder Erfinden) von so vielen Eigennamen nicht gemacht. Da wär ich zu faul zu.


Edward The Head (28.9.10 09:16)
Die sind nicht erfunden. Sind alle echt. Aber ich bezweifle, dass es in dem Museum das Modell gibt.


Benjamin Breeg (28.9.10 09:32)
Oh, dann hattest du entweder zuviel Zeit, dass alles rauszusuchen, oder du bist so schlau, und wusstest das alles vorher.
Ich tippe auf Letzteres.


Benjamin Breeg (28.9.10 09:34)
Blöd, dass man Kommentare nicht editieren kann.
Muss in meinem vorherigen Kommentar natürlich "das" anstelle von "dass" heißen.


Edward The Head (29.9.10 09:41)
Ich behaupte einfach mal, ich wäre so schlau. Klingt einfach viel cooler.



Benjamin Breeg (29.9.10 10:19)
Und da ich weiß, dass du cool und schlau bist, glaub ich dir das gerne.

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